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1999






Wenn Gesang Instrumente ersetzt

Nesslau: Der Chor «Vocalino» bot unbegleitete Chormusik vom Feinsten
Zu einem besonderen Hörgenuss kamen am vergangenen Samstagabend die Besucher des Konzertes in der evangelischen Kirche in Nesslau. Das erste einer Reihe von vier Sommerkonzerten wurde mit dem A-cappella-Chor «Vocalino» unter Leitung von Felix Schudel eröffnet.


Die 22 Mitglieder des vierstimmigen Chores trugen ein umfangreiches Repertoire vor, das Werke aus der italienischen Renaissance, dem Frühbarock, der Romantik, aber auch zeitgenössische Stücke beinhaltete. Bei dem A-capella-Chor steht die Klanglichkeit des Gesangs im Vordergrund, so dass der Umsetzung stimmbildnerischer Elemente besondere Bedeutung beigemessen wird. Als roter Faden zog sich diePolyphonie der vorgetragenen Werke durch das Programm. Mit ihrer mehrstimmigen Kompositionsweise zeichnen sie sich durch weitgehende Selbständigkeit der Stimmen mit ihrem linearen Verlauf aus.

Polyphonie in Vollendung

Eröffnet wurde das Konzert mit den mehrstimmigen Sätzen von Giovanni Gastoldi und Heinrich Schütz, die von «Vocalino» ausdrucksstark vorgetragen wurden. Johann Sebastian Bachs anschliessende Motette «Komm, Jesu, komm» ist zweichörig angelegt und lässt die Polyphonie des Werkes in Vollendung hervortreten. «Komm, Jesu, komm» ist eine Gräbnismotette mit einem starken Textbezug. Dem vierstimmigen Chor, der sich dazu zu einem Doppelchor umformierte, gelang das Wechselspiel zwischen den einzelnen Stimmen mit seiner starken musikalischen Wirkung ausgezeichnet. Das Programm führte weiter mit moderner Polyphonie zu zwei Psalmvertonungen von Willy Burkhard, einem zeitgenössischen Schweizer Komponisten, dessen Werke im engen Sinne mit denen von Bach verwandt sind. In Burkhards Psalmliedern treten besonders die zunächst hart tönendeb Hinterklänge hervor:" die den Werken aber einen eigenen Reiz verleihen.

Mit dem «Kyrie» von Wolfgang Amadeus Mozart, das dieser als dreizehnjähriger Knabe komponierte, wurde zur Klanglichkeit der Romantik übergeleitet.

Klanglichkeit des Gesangs

Zur Zeit der Romantik wurden vierstimmige Chorlieder sehr gepflegt. Nach zwei Sätzen von Felix Mendelssohn-Bartholdy konzertierte Vocalino das von Robert Schumann als Doppelchor komponierte Lied «An die Sterne». Anders als bei Bach standen hier die Klänge im Raum im Vordergrund, wobei die polyphone Kompositionstechnik jedoch beibehalten wurde. Die einzelnen Stimmen des Doppelchores kamen dabei in ihrer Klanglichkeit ausdrucksstark zur Geltung.
Mit Liedern von Johannes Brahms interpretierte der Chor weitere Werke der Romantik. In der Brahmschen Motette «Schaffe in mir, Gott, ein rein Herz» findet eine Anlehnung an den Barock statt. Mit dem klanggewaltigen «Pater noster» von Giuseppe Verdi, einer Vertonung des «Vater unser» nach einem Text von Dante und den «Träumereien» als anschliessender Zugabe, nahm das facettenreiche Konzert seinen Abschluss.
Der A-capella-Chor Vocalino bot mit seinen ausdrucksstarken Stimmen ein beeindruckendes Chorkonzert, das nicht nur ohne Instrumente auskam, sondern bei dem die Sänger selber zu Instrumenten wurden. ( abg)

 

 

 

 

A-cappella-Chor Vocalino in Horgen

Rund fünf Jahre ist es her, seit der A-cappella-Chor Vocalino in der reformierten Kirche in einem liturgischen Samstagabend-Gottesdienst die Motette «Jesu, meine Freude» von Johann Sebastian Bach nachhaltig beeindruckend aufführte. Heute abend um 19.15 Uhr wird der Chor unter der Leitung von Felix Schudel wieder in der Kirche zu Gast sein. Den Rahmen bildet der achte Horgner Orgelvespern-Zyklus..

Gründung vor acht Jahren

Seit seiner Gründung im Jahre 1990 hat sich die Chorformation Vocalino ein stilistisch breitgefächertes Repertoire erarbeitet. Johann Sebastian Bachs Motetten nehmen dabei einen besonders wichtigen Platz ein. Mit Freude pflegt Vocalino aber auch das Chorlied der Romantik. In manchen Konzerten oder Gottesdiensten in der Zürcher Landschaft, in der Stadt Zürich und im Aargau legte das A- cappella-Ensemble erfolgreiche Proben seiner Chorarbeit ab und weckte Interesse für unbegleitete Chormusik. Dem Dirigenten Felix Schudel ist der klangliche Aspekt des Chorgesanges sehr wichtig. Grosse Aufmerksamkeit gilt darum der Umsetzung stimmbildnerischer Elemente.

Chormusik aus drei Jahrhunderten

Im Programm der Vesper zum vorletzten Sonntag des Kirchenjahres steht Chormusik aus drei Jahrhunderten. Umrahmt wird der Chorgesang von Orgelmusik, die von der Gastorganistin Judith Brem gespielt wird. Sie interpretiert Werke von Clara Schumann und Johann Sebastian Bach. Und - wie in allen Horgner Vesper-Gottesdiensten üblich - fehlt
auch diesmal das gemeinsam gesungene Lied nicht. Im Programm der Chormusik setzt jedes vorgetragene Werk einen eigenen musikalischen Höhepunkt, beginnend mit dem Dop- pelchor «An die Sterne» von Robert Schumann hin zur prachtvollen Motette «Schaffe in mir, Gott, ein reines Herz» von Johannes Brahms bis zum klangvollen «Pater noster» von Giuseppe Verdi. Zwei Psalmen des zeitgenössischen Komponisten Willy Burkhards führen zur glanzvollen doppelchörigen Motette «Der Geist hilft unser Schwachheit auf» von Johann Sebastian Bach.

Musikalischer Gottesdienst

Die herzliche Einladung ergeht an alle, die sich ansprechen lassen vom meditativen Charakter dieses musikaIischen Gottesdienstes. Alle Beteiligten freuen sich auf zahlreiche Zuhörer, die sich auf das inhaltlich und musikalisch farbenreiche Programm einlassen mögen. (E)

 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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