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2005

Starke Stimmen – zarte Klänge

Das Chorensemble Vocalino konzertierte in der Kirche Maur fri.

Mit einem hervorragenden Chorklang und einem ausgesuchten Programm zwischen Renaissance und Neuzeit überzeugte das Ensemble Vocalino am Sonntag vor einer Woche in der reformierten Kirche Maur. Organist
Reimund Pingel vervollkommnte das Programm mit passenden Orgelwerken.

«A capella» war das prägende Stichwort des Konzertes, das das Ensemble Vocalino vor zahlreichem Publikum aufführte. Ergänzt wurde der «unbegleitete Chorgesang» zwischenhinein mit den Werken, die der Maurmer Organist Reimund Pingel – auch er ein Chormitglied – auf der Orgel solistisch darbot.

Der Begriff «a capella» geht auf die Vokalensembles des ausgehenden Mittelalters und der Renaissance zurück, die damals noch mit Instrumenten begleitet wurden, um die Singstimmen zu unterstützen. Einzig die Sixtinische Kapelle in Rom bestand auf dem unbegleiteten Chorgesang. Diese Begriffsversion konnte sich dank einer strikten Verwendungsweise im 19. Jahrhundert in die heutige Zeit durchsetzen.

Gepflegter Gesamtklang des Chores

Auch die 22 Mitglieder des Vocalino-Chores unter der Leitung von Felix Schudel haben sich dem A-capella- Gesang verschrieben. Am Konzert in Maur sangen sie aus ihrem breitgefächerten Repertoire Werke aus allen Epochen und überzeugten mit grosser Werksicherheit und guter Textverständlichkeit sowie einem sehr gepflegten Chorklang. Einzig der Sopran brachte an einzelnen Stellen etwas zuviel Druck und unnötige Dramatik in den sonst brillanten Gesang hinein und verdeckte so die Altstimmen.

Programm mit vielen Glanzpunkten Die doppelchörige Motette «Nun danket alle Gott» von Johann Pachelbel (1653 bis 1706) gab mit ihrer Echowirkung dem Maurmer Kirchenschiff eine ganz neue Dimension. Wunderbar auch das als Strophenlied konzipierte «Morgengebet» des romantischen Komponisten Felix Mendelssohn-
Bartholdy. Auch Reimund Pingel gab im romantischen Konzertteil Mendelssohn den Vorzug und spielte die harmonisch dichte und klangfarbenreiche «Sonate II für Orgelsolo».

Sehr zart gelang dem Ensemble Johannes Brahms’ Chorlied «In stiller Nacht», dem ein Gedicht Friedrich von Spees, Dichter und Mönch in der Reformationszeit, zugrunde liegt und mit «Man» (Mond) und «lan» (lassen) gar noch einige mittelhochdeutsche Wörter aufweist.

Mit dem «Agnus Dei» des Genfer Komponisten Frank Martin (1890 bis 1974) und dem «Magnificat» von Arvo Pärt (*1935) machte der Chor einen vielschichtigen Klangausflug in die Musik der Moderne,
den Reimund Pingel mit «Deux dances» für Orgelsolo von Jehain Alain (1911 bis 1940) ergänzte.

 
 
 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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